Steigleitungen- & Wandhydranten

Steigleitungen

Steigleitungen (Löschwasserleitungen) sind fest verlegte Rohrleitungen aus nicht brennbarem Material mit Absperrbahren Schlauchanschlusseinrichtungen (Wandhydranten). Sie dienen dazu, teilweise oder ausschließlich Wasser zu Feuerlöschzwecken fortzuleiten.


Es wird zwischen den Begriffen nass, nass/trocken und trockene Steigleitung unterschieden. Sie dienen der Löschwasserförderung und müssen die Anforderungen einer Druckleitung erfüllen.


Steigleitung "trocken"


Dies sind Löschwasserleitungen, in die das Löschwasser erst im Brandfalle durch die Feuerwehr eingespeist wird, sie sind für Laien unbrauchbar.

Nach DIN 14462 besteht eine trockene Steigleitung aus einer Löschwassereinspeisung, die sich üblicherweise frei zugänglich im Eingangsbereich befindet. Des Weiteren ist pro Etage mindestens eine Entnahmearmatur angeordnet. Am Ende eines jeden Steigstranges befindet sich ein Be- und Entlüfter, um Druckschläge zu vermeiden. Die Dimensionierung der Steigleitung wird gemäß DIN 14462 in DN 80 ausgeführt. Andere Dimensionierungen können dann gewählt werden, wenn rechnerisch die nach DIN geforderten Drücke und Wassermengen erreicht werden.


Steigleitung "nass"


Dies sind Löschwasserleitungen die ständig unter Druck stehen. Das benötigte Löschwasser steht also am Schlauchanschlussventil sofort zur Verfügung. Die Feuerlöschleitungen sind in das Trinkwassernetz integriert. Diese Leitungen müssen daher alle Anforderungen der DIN 1988 erfüllen.

Da stagnierendes Wasser auf Dauer verkeimt und bei Druckabfall das verkeimte Wasser zurücklaufen und dann die Trinkwasserleitung verunreinigen kann, muss in den Feuerlöschleitungen für eine ständige Durchströmung und damit für Wasseraustausch gesorgt werden.


Steigleitung "nass/trocken"


Dies sind Löschleitungen, die erst im Brandfalle durch Betätigen eines Endtasters am Schlauchanschlussventil mit Löschwasser eingespeist werden. Das benötigte Löschwasser steht bis zu diesem Zeitpunkt an einer Füll- und Entleerungsstation an. Durch betätigen des Schlauchanschlussventils wird ein Membranschieber geöffnet und die Leitung geflutet. Das Löschwasser muss in max. 60 sec. am Schlauch-anschlussventil anliegen.

Dieser Typ der Steigleitung kommt immer dort zum Einsatz, wo Frostgefahr herrscht und daher eine ständig unter Wasser stehende Leitung nicht möglich ist wie z.B. in Tiefgaragen.

Füll- und Entleerungsstation für
Löschwasserleitung "nass/trocken"
Löschwasserentnahme für Steigleitung "trocken"
Wandhydrant "nass" mit formfestem Löschschlauch
WA-Ventil mit Grenztaster, für Steuerung der Füll- u. Entleerungsstation einer Löschwasserleitung Nass/Trocken
Wandhydrant "nass" mit Textilschlauch "C"
Löschwassereinspeisung für Steigleitung "trocken"

Wandhydranten

Ein Wandhydrant ist eine ortsfeste Anlage zur Löschwasserversorgung, die durch einen Schlauchanschluss mit Strahlrohr an eine Löschwasserleitung angeschlossen ist.


Wandhydranten sollen bestimmungsgemäß von anwesenden Personen genutzt werden, um bereits bei der Brandentstehung bis zum Eintreffen der Feuerwehr einen Löschangriff vorzunehmen.


Wandhydranten vom Typ F bestehen aus einer Schlauchhaspel mit 30 m formstabilem Schlauch mit einem Innendurchmesser von 25 mm und einem Strahlrohr.

Diese Wandhydranten dienen dabei dem Laien sowie der Feuerwehr zur Brandbekämpfung. Hierzu kann die Feuerwehr direkt am Schlauchanschlussventil im Schrank eine eigens mitgebrachten C-Druckschlauch anschließen und so den Wandhydranten als Versorgungsanschluss nutzen.


Wandhydranten vom Typ S bestehen aus einer Schlauchhaspel mit 30 m formstabilem Schlauch mit einem Innendurchmesser von 19 mm und einem Strahlrohr. Der Wandhydrant Typ S dient ausschließlich Laien zur Selbsthilfe bei der Brandbekämpfung. Eine Nutzung durch die Feuerwehr ist nicht vorgesehen.


Wandhydranten mit Flachschlauch (Textilschlauch) können an nasse und nass/trockene Löschwasserleitungen angeschlossen werden. Sie sind für Objekte bestimmt, in denen aufgrund höherer Brandlast ein größerer Löschwasserbedarf nötig ist.

Der Wandhydrant mit Flachschlauch dient einerseits der Selbsthilfe durch unterwiesene Personen, andererseits können diese Einrichtungen auch durch die Feuerwehr im Brandfall genutzt werden.